Filmarchiv

Hier finden Sie alle Filme die bisher im italienischen Filmclub gezeigt wurden:

S = deutsch synchronisierte Fassung
OF = italienische Originalfassung
OmU = italienische Originalsprache mit deutschen Untertiteln
OmitU = italienische Originalsprache mit italienischen Untertiteln
OmenU = italienische Originalsprache mit englischen Untertiteln

la-sconosciuta
18.08.2011, 20:00
LA SCONOSCIUTA (Die Unbekannte)
Italien
2006
121 min
Giuseppe Tornatore
OmU

Darsteller: Xenia Rappoport, Michela Placido, Claudia Gerini, Margherita Buy, Pierfrancesco Favino, Piera Degli Espositi, Clara Dossena, Angela Molina

Der Meister von „Cinema Paradiso“ erzählt mit diesem Film die Geschichte einer mit dunkler Vergangenheit in Triest auftauchenden Ukrainerin, die sich systematisch in den Haushalt eines Juweliers mit gescheiterter Ehe und siechendem Kind einschleicht. Abgründe tuen sich auf. Im Hintergrund angedeutete traumatisierende Erlebnisse aus Menschenhandel, Prostitution und Migration treffen auf Familienkonflikte des italienischen Mittelstandes. Der Film hat auf diversen Festivals zahlreiche Auszeichnungen erhalten.

la-signora-senza-camelie
17.03.2016, 20:00
LA SIGNORA SENZA CAMELIE (DIE DAME OHNE KAMELIEN)
Italien/Frankreich
1953
105 min
Michelangelo Antonioni
OmU

Darsteller: Lucia Bosé, Gino Cervi, Andrea Checchi, Ivan Desny, Monica Clay, Alain Cuny, Anna Carena, Enrico Glori, Laura Tiberti

Aufstieg und Fall: Vom Ladentisch für den Film wegengagierte Verkäuferin heiratet einen Produzenten, endet aber als mittelmäßige Schauspielerin und Geliebte eines Diplomaten. Antonionis Abrechnung mit dem Filmgeschäft und der Glitzerwelt des Konsums.

la-solitudine-dei-numeri-primi
18.03.2012, 20:00
LA SOLITUDINE DEI NUMERI PRIMI (Die Einsamkeit der Primzahlen)
Italien/Deutschland/Frankreich
2010
119 min
Saverio Costanzo
OmU

Darsteller: Alba Rohrwacher, Luca Marinelli, Isabella Rosselini, Arianna Nastro, MArtina Albano, Vittorio Lomartire, Tommaso Neri, Aurora Ruffino, Giorgia Pizzo

Zwei in ihrer Seelenverletzung verwandte Personen lernen sich kennen und empfinden eine unerklärliche Anziehung füreinander. Obwohl sie ihr Leben teilen, gelingt beiden nicht, ihre jeweilige Einsamkeit zu überwinden, bis die Lebensumstände sie örtlich trennen. Werden sie „Primzahlen“ bleiben oder gibt es Hoffnung auf eine „Zusammensetzung“?

la-stanza-del-figlio
15.11.2012, 20:00
La stanza del figlio (Das Zimmer meines Sohnes (La stanza del figlio)Das Zimmer meines Sohnes)
Italien
2001
100 min
Nanni Moretti
OmU

Darsteller: Nanni Moretti, Laura Morante, Silvio Orlando, Jasmine Trinca, Giuseppe Sanfelice, Sofia Vigliar

Der Tod des Sohnes beim Tauchen wirft einen Psychiater aus der Bahn, weil er statt mit ihm zu joggen einen Patienten besucht hatte. Die Trauerarbeit verändert seine berufliche und familiäre Existenz. Er verfällt immer mehr in Selbstmitleid, bis ein Mädchen mit Fotos auftaucht, mit denen sein Sohn ihr sein Zimmer zeigen wollte.

la-terra
19.11.2009, 20:00
La terra
Italien
2006
112 min
Sergio Rubini
OmU

Darsteller: Sergio Rubini, Fabrizio Bentivoglio, Paolo Briguglia, Massimo Venturiello

Kulturkonflikt im eigenen Land: Luigi hat in jungen Jahren seine apulische Heimat verlassen und Karriere als Universitätsprofessor gemacht. Doch nun soll der Familiensitz in Mesagne verkauft werden. Angereist, um seine Unterschrift zu leisten, begegnet er einem Geflechtaus Intrigen, nie ausgetragenen Konflikten und unerwarteten Gefühlen. Im Hintergrund zieht der kriminelle Tonino seinen Strippen und erpresst das ganze Dorf. In der Rolle des Luigi: Fabrizio Bentivoglio, einer der populärsten italienischen Schauspieler.

la-terra-dei-santi
18.01.2018, 20:00
LA TERRA DEI SANTI (DAS LAND DER HEILIGEN)
Italien
2015
89 min
Fernando Muraca
OmU

Darsteller: Valeria Solarino, Daniela Marra, Lorenzo Indovina, Ninni Bruschetta

„Wie wäre es, wenn wir der Mafia die Kinder wegnehmen würden?“ Mit diesem kühnen Vorschlag will die Staatsanwältin Vittoria den Einfluss der Frauen in der Mafia angreifen. Zwar bestimmen patriarchalische Strukturen die kriminelle Organisation, aber es sind die Frauen, die ihre Kinder auf die zu erwartende Rolle vorbereiten

Caterina ist die Ehefrau des untergetauchten 'Ndrangheta-Bosses Alfredo und hat ihren Sohn Pasquale für eine Zukunft an der Spitze des Clans erzogen. Ihre jüngere Schwester Assunta hat im Bandenkrieg bereits ihren Mann verloren und sieht ihren Sohn Giuseppe den Weg seines Vaters einschlagen. Dennoch muss sie gegen ihren Willen auf Anordnung Alfredos ihren Schwager Nando heiraten. In diese geschlossene Gesellschaft bricht Vittoria ein, eine Staatsanwältin aus Norditalien. Vittoria hat ein Ziel: das Schweigen der Frauen zu brechen.

„Häufig sind Filme über die Mafia und die 'Ndrangheta nichts anderes als Genre-Filme. So einen Film wollte ich nicht machen. Von Anfang an hatte ich das Bedürfnis, die Geschichte aus den Blickwinkeln der weiblichen Figuren zu erzählen, weil mir das interessanter erschien und so noch nicht da gewesen ist. Bei einer kalabrischen Familie geht das auch kaum anders.“ [Fernando Muraca]

la-tigre-e-la-neve
11.10.2007, 19:00
La tigre e la neve (Der Tiger und der Schnee)
Italien
2005
114 min
Roberto Benigni
OmU

Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Jean Reno, Tom Walts, Emilia Fox, Giuseppe Battiston, Andrea Renzi, Abdelhafid Metalsi, Francesco De Vito

Italien 2003: Die Welt redet vom Irakkrieg, aber der verträumte Dichter Attilio (Roberto Benigni) hat nur Augen für die Autorin Vittoria (Nicoletta Braschi). Als diese sich zur Recherche in den Irak begibt, wird sie durch einen Bombenanschlag schwer verletzt. Spontan reist Attilio ihr in das kriegsgeschüttelte Land nach, um sie zu retten. Wie in allen Benignis Filmen ist die Handlung aber nur Anlass von der Kraft der Liebe in einer grausamen Welt zu träumen und das Leben als Spielplatz für die eigenen burlesken Einfälle zu sehen.

la-vita-che-vorrei
17.01.2007, 19:00
LA VITA CHE VORREI (Das Leben, das ich immer wollte)
Italien
2004
125 min
Giuseppe Piccioni
OmU

Darsteller: Luigi Lo Cascio, Sandra Ceccarelli, Ninni Bruschetta, Galatea Ranzi, Fabio Camilli, Gea Lionello, Roberto Citran, Camilla Filippi, Paolo Bassanelli

Giuseppe Piccioni war in allen seinen Filmen (u.a. „Fuori dal mondo“ und „Luce dei miei occhi“) ein genauer Beobachter der Menschen und ihrer Leben. In „La vita che vorrei” erzählt er die Liebesgeschichte von Stefano und Laura, die im gleichen Film als Schauspieler arbeiten und dort ein Liebespaar darstellen. So verwischen sich die Grenzen zwischen Spiel und Leben. Nie kann man sicher sein, was Darstellung auf dem Set, was Ausdruck echter Gefühle ist. Die in Italien berühmten Schauspieler Luigi Lo Cascio und Sandra Ceccarelli wurden von einigen Filmkritikern zum neuen„Traumpaar“ des Italienischen Films gekürt.

la-vita-e-bella
17.05.2018, 20:00
LA VITA È BELLA (DAS LEBEN IST SCHÖN)
Italien
1997
116 min
Roberto Benigni
OmU

Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giorgio Cantarini, Giustino Durano, Horst Buchholz, Lidia Alfonsi, Marisa Paredes, Sergio Bustric

Darf der Holocaust zum Stoff einer Komödie gemacht werden? Dass dies mit der Person Hitlers möglich ist, haben Chaplin und Lubitsch mit ihren Meisterwerken bewiesen. Aber den industriell organisierten Massenmord an der jüdischen Bevölkerung komödiantisch zu erzählen: kann das gut gehen? So bleibt Begninis Film ein ambivalentes Ereignis, eine in einer schrecklichen Zeit angesiedelte Erzählung, die sensibel versucht, besondere Kinobilder für die Würde der Holocaust-Opfer zu finden

Guido gelingt es Anfang der 30er Jahre, seine geliebte Dora zu gewinnen, indem er sie mit originellen Einfällen von ihrer Verlobungsfeier entführt und mit ihr eine Familie gründet. Er arbeitet als Buchhändler, sie als Lehrerin. So könnte das lustige Leben weitergehen, bräche nicht die Deportation über das glückliche Paar und ihren Sohn Giosuè herein.

Um seinem Sohn die grausame Wahrheit zu ersparen, gaukelt Guido ihm vor, Deportation und Konzentrationslager seien nur ein groß angelegtes Spiel und sie müssten genau die Regeln befolgen, um es zu gewinnen.

„Der als Loblied auf die Kraft der Fantasie und den menschlichen (Über-)Lebenswillen angelegte Film beginnt als beschwingte Romanze mit märchenhaften Untertönen und endet in einer bitter-absurden Tragödie, in der das Lachen zum schmerzhaften Reflex gefriert.“ (Lexikon des internationalen Films)

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05.10.2005, 18:00
Ladri di biciclette (Fahrraddiebe)
Italien
1948
90 min
Vittorio de Sica
OmitU

Darsteller: Lamberto Maggiorani, Enzo Staiola, Lianella Carell, Elena Altieri, Gino Saltamerenda, Giulio Chiari, Vittorio Antonucci, Michele Sakara, Fausto Guerzoni, Massimo Randisi, Ida Bracci

Dieses Meisterwerk des Neorealismus (Oskar 1949) zeigt anhand der Suche eines Arbeitslosen nach dem Dieb seines für die neue Arbeit notwendigen Fahrrads das Rom der unmittelbaren Nachkriegszeit. Dabei stoßen er und sein Sohn sowohl auf Solidarität, aber auch auf Gleichgültigkeit und offene Feindlichkeit, wenn sich ein ganzes Viertel offen mit den Dieben verbündet.

lamerica
21.03.2013, 20:00
LAMERICA (LAMERICA)
Italien
1994
116 min
Gianni Amelio
OmU

Darsteller: Enrico Lo Verso, Carmelo di Mazzarelli, Michele Placido, Pio Mikani, Carmelo Di Mazzarelli, Elida Janushi, Sefer Pema, Idajet Sejda, Marieta Ljarja, Elina Ndrei, Artan Marina

Der Versuch einer Subventionserschleichung erfordert von einem Italiener eine Scheinfirma in Albanien. Was als einfacher Betrugsversuch beginnt, wird zur Erkundung eines Landes am Rande Europas und eine bildgewaltige Reflexion über Migration.

lamerica
19.06.2014, 20:00
LAMERICA (LAMERICA)
Italien
1994
116 min
Gianni Amelio
OmU

Höhepunkte aus 10 Jahren „Italienischer Filmclub“

Darsteller: Enrico Lo Verso, Carmelo di Mazzarelli, Michele Placido, Pio Mikani, Carmelo Di Mazzarelli, Elida Janushi, Sefer Pema, Idajet Sejda, Marieta Ljarja, Elina Ndrei, Artan Marina

Der Versuch einer Subventionserschleichung erfordert von einem Italiener eine Scheinfirma in Albanien. Was als einfacher Betrugsversuch beginnt, wird zur Erkundung eines Landes am Rande Europas und eine bildgewaltige Reflexion über Migration.

lazzaro-felice
19.12.2019, 20:00
LAZZARO FELICE (GLÜCKLICH WIE LAZZARO)
Italien/Schweiz/Frankreich/Deutschland
2018
128 min
Alice Rohrwacher
OmU

Darsteller: Adriano Tardiolo, Agnese Graziani, Alba Rohrwacher,  Luca Chikovani, Tommaso Ragno, Sergi López, Natalino Balasso, Nicoletta Braschi

Ob der Film eine Parabel über den biblischen Lazarus ist oder nicht, kann offen bleiben. Mit teils märchenhafter Phantasie erzählt Alice Rohrwacher die Geschichte der Armut im Feudalsystem und der randständigen Gesellschaftsschichten der Moderne. Dabei steht sie in der Tradition der italienischen Filmgeschichte, nimmt aber auch Anregungen des Magischen Realismus auf.

Lazzaro ist ein stiller Beobachter, er schaut, als müsse die Welt seine Augen durchdringen, um eine bessere zu werden. Im Alltag ist er der Depp, der allen zur Hand geht und auch nicht protestiert, als ihm der Marsala vor dem Mund weggetrunken wird. Er lebt in einer Gesellschaft, die, offensichtlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt, wie in einer feudalistischen Ausbeutung arbeiten. Über allen thront die Marchesa in ihrer Villa. Deren angeödeter Sohn freundet sich mit Lazzaro an, der ihm sklavisch folgt. Dann räumt auf einmal die Polizei das Gelände und Lazzaro stirbt.

Als er von den Toten aufersteht, begibt er sich in die Stadt und trifft seine alten Bekannten wieder, die obdachlos auf einer Art Schrottplatz hausen. Sie haben die ländliche Armut mit dem urbanen Elend getauscht.

Insofern ist der Film auch eine komprimierte Darstellung der Folgen der Landflucht und über die Armut, deren Gestalt sich nur gewandelt hat.

Angereichert wird die Erzählung durch mythische Elemente wie einem die Erzählstränge verbindenden Wolf, eine mondwerdende Bratpfanne oder einem Steinschleuderer, der mit seiner Schleuder einen Zeitensprung verursacht.

pinocchio
04.07.2007, 19:00
Le avventure di Pinocchio (Pinocchio-Episode 1 und 2)
Italien
1972
120 min
Luigi Comencini
OmitU

Die Familie Comencini

Darsteller: Andrea Balestri, Nino Manfredi, Gina Lollobrigida, Franco Franchi, Ciccio Ingrassia, Vittorio de Sica, Lionel Stander, Ugo D'Alessio, Mario Adorf, Enzo Cannavale

 Luigi Comencinis Film gilt auch heute noch als die beste Umsetzung des berühmten Kinderbuches von Carlo Collodi, obwohl oder gerade weil er die phantastischen Elemente des Buches weitgehend in die Realität überführt und sehr frei mit dem Stoff umgeht. Da Pinocchio die meiste Zeit ein Junge aus Fleisch und Blut ist, bekommt das Märchen einen realistischen Charakter, der es auch für Erwachsene sehenswert macht. Nicht zuletzt überzeugt Comencini durch eine interessante Bildregie.

le-chiavi-di-casa
20.03.2008, 19:00
LE CHIAVI DI CASA (Die Hausschlüssel)
Italien/Frankreich/Deutschlad
2004
110 min
Gianni Amelio
OmU

Darsteller: Kim Rossi Stuart, Charlotte Rampling, Andrea Rossi, Alla Faerovich, Pierfrancesco Favino, Manuel Katzy

Die Geschichte einer vorsichtigen und problematischen Annäherung. Nach 15 Jahren sieht der Vater seinen behinderten Sohn wieder. Der spastische Teenager muss sich in Berlin einer Operation unterziehen und sein Vater soll ihn begleiten – gerade als dessen Gedanken seiner neuen Familie gelten. So ist das Treffen durch Unsicherheit und Misstrauen auf beiden Seiten geprägt. Ist es beim Vater ein Hinundher geworfen sein zwischen Beschützerinstinkt und dem Versuch der Distanzierung von der Behinderung des Kindes, versucht der Junge durch die neue Situation seine Unabhängigkeit zu vergrößern. Indem Amelio die Personen seines Films sehr ernst nimmt, ist ihm ein poetischer und sensibler Film gelungen.

conseguenze
18.11.2021, 20:00
LE CONSEGUENZE DELL’AMORE (DIE FOLGEN DER LIEBE)
Italien
2004
100 min
Paolo Sorrentino
OmU

Darsteller: Paolo Sorrentino   B: Paolo Sorrentino   K: Luca Bigazzi   D: Toni Servillo, Olivia Magnani, Adriano Giannini, Raffaele Pisu u.a.

Sorrentinos aktuelleren Filme stießen auf ein breites Publikumsinteresse (Cheyenne I/F 2011, La Grande Bellezza F/I 2013, Loro I/F 2018), seine frühen Filme sind in Deutschland hingegen weitgehend unbekannt. Anders als seine späteren Werke haben diese eine formale Strenge, welche die Filmerzählung zwar nicht dominiert, aber ihre dramaturgische Struktur beeinflusst: Form und Erzählung verschmelzen zu einem visuell-narrativen Erlebnis.

Toni Servillo wartet in der Rolle des Steuerberaters Tita di Girolamo seit fast einem Jahrzehnt in einem Hotelzimmer auf einen regelmäßig vorbeigebrachten Koffer, den er dann zuverlässig zur Bank bringt, wo das darin enthaltene Geld eingezahlt wird. Seine emotionslos ablaufende Routine wird auf einmal belebt, als er Sofia, die Barkellnerin kennenlernt. Aus Gesprächen entsteht Sympathie, aus Sympathie Liebe und die verführt ihn dazu, aus dem transportierten Geld einen gewissen Anteil „abzuzapfen“. Das kann natürlich nicht unbemerkt bleiben und so sieht sich der Verliebte von seinen Auftraggebern unter Druck gesetzt. Zu allem Überfluss ist gerade jetzt eine mafiaähnliche Bande hinter dem Koffer her. Es bleibt wenig Zeit für die Liebe, die auch ihren Preis hat, der sich schließlich nicht nur in Geld ausdrückt.

le-fate-ignoranti
21.10.2004, 19:30
Le fate ignoranti (Die Ahnungslosen)
Italien
2000
105 min
Ferzan Özpetek
OmU

Darsteller: Margherita Buy, Stefano Accorsi, Serra Yilmaz, Andrea Renzi, Gabriele Garko

Ein Museum. Eine Frau besichtigt ausgestellte Skulpturen. Ein Mann nährt sich, wird anzüglich. Frau und Mann verlassen das Museum: Seit Jahren sind sie verheiratet und bewohnen eine Villa am Stadtrand von Rom.

Eine belebte Straße, das Mobiltelefon schellt. Unaufmerksamkeit. Und kurz darauf lebt der Mann nicht mehr. Zurück bleibt ein Bild. Auf der Rückseite ein Text, der keine Zweifel lässt: Der Mann hatte ein Verhältnis mit „Michele“.

Verstörend die Entdeckung der Frau, dass „die“ Geliebte „ein“ Liebhaber ist. Langsam erkennt sie, dass ihr Mann in einer Gruppe von Homo- und Transsexuellen eine zweite Familie gefunden hatte. Zwischen Enttäuschung, Wut und Faszination hin und hergerissen sucht sie nach den Gründen, warum ihr Mann diese unkonventionelle Welt liebte. Und mit der Zeit scheint die Frau fast unmerklich die Rolle ihres Mannes in diesem sonderbaren Kosmos zu übernehmen. Doch nichts ist, wie es scheint. Denn wenn Feen (fate) ahnungslos und unwissend (ignoranti) zaubern, sind die Folgen unabsehbar.

le-meraviglie
17.12.2015, 20:00
LE MERAVIGLIE (LAND DER WUNDER)
Italein/Deutschland/Schweiz
2013/2014
110 min
Alice Rohrwacher
OmU

Darsteller: Alba Rohrwacher, Maria Alexandra Lungu, Sam Louwyck, Monica Bellucci

Gelsomina lebt mit ihren Schwestern und Aussteigereltern auf einem heruntergekommenen Bauernhof in der Toskana. Der Traum vom alternativen Leben ist für die Eltern ausgeträumt, doch Gelsomina unternimmt alles, um die Familienbeziehungen und den Hof zu retten. Dieser Film zwischen Märchen und Realität erhielt den „Großen Preis der Jury“ in Cannes.

leer
27.02.2011, 15:00
Le mura di Sana’a (Die Mauer von Sana’a)
Italien
1971/74
14 min
Pier Paolo Pasolini
OmU

Dokumentation „in Form eines Appells an die UNESCO“ über die bedrohten historischen Bauten in der jemenitischen Hauptstadt Sana‘a, die der Drehort für eine aus der endgültigen Fassung von IL DECAMERON herausgeschnittenen Sequenz war.

libera-terra-7
23.06.2007, 19:30
Libera terra
Deutschland
2007
48 min
Monica Colautti e Frank Wittlinger
OmU

Corleone – der Name steht spätestens seit Hollywood sich des Themas annahm für Mafia und Mafiaverbrechen. Corleone – der Ort, von dem aus der Boss der Bosse Bernardo Provenzano bis zur Verhaftung am 11. April 2006 vierzig Jahre lang seine Fäden spinnen konnte. Corleone – heute ein Ort, der mit seinen Nachbargemeinden die gegen die Mafia gerichtete Landwirtschaftskooperative „Placido Rizzotto - Libera Terra“ umgibt. Vor 10 Jahren hatte der Turiner Geistliche, Don Luigi Ciotti, die Idee, eine Kooperative zu initiieren, um die konfiszierten Mafia-Gutshöfe wieder ihrem ursprünglichen landwirtschaftlichen Nutzen zuzuführen. Dank des Engagements vieler Gruppen konnte vor 5 Jahren dieses Projekt verwirklicht werden und wird nach anfänglichen Schwierigkeiten heute von den Bewohnern akzeptiert und italienweit unterstützt. Die Mitglieder der Kooperative ließen sich weder durch massive Behinderungen noch durch Warnungen (zerstörte Saat, erhängter Hund auf dem Feld u.ä.) entmutigen. Der Film stellt die Kooperative und die Situation kurz nach der Verhaftung Provenzanos dar, lässt deren Mitglieder, die Bewohner und die Antimafiaaktivisten zu Wort kommen und zeigt dabei eine Mafia, die zwar im Film nicht erscheint, aber allgegenwärtig ist.

loro-5
17.06.2021, 20:00
LORO - DIE VERFÜHRTEN
Italien/Frankreich
2018
157 min
Paolo Sorrentino
OmU

Darsteller: Toni Servillo, Elena Sofia Ricci, Riccardo Scamarcio, Fabrizio Bentivoglio u.a

Die Meinungen zu diesem Film gehen weit auseinander. Meint Dirk Schümer in einer Besprechung, Sorrentino sei der erste Filmemacher, der das immense optische Potenzial der Berlusconi Epoche begriffen habe (Sex und Macht – Geschäft und Politik), äußert sich Lars-Olav Beier negativ: „Statt sich in die Tiefe zu wagen, geht der Film in die Breite und hinterlässt ein Gefühl der Leere...“ Jedenfalls brilliert Sorrentino in der optisch hervorragenden Inszenierung von Partys und Festen, in die der von Toni Servillo gespielte Berlusconi mit stoischem Lächeln hereinragt.

Sergio betreibt einen Callgirl-Ring und will sich den größten und reichsten Kunden Italiens angeln: Silvio Berlusconi. So mietet er eine Yacht und das von dessen Grundstück einsehbaren Nachbarhaus, organisiert rauschende Partys und sorgt für Lautstärke, um die Aufmerksamkeit Berlusconis auf sich zu ziehen. Ihn und sein Umfeld fasziniert die Vorstellung von der Nähe zur Macht und so strickt er ein Intrigennetz, um zu seinem Ziel zu kommen.

Berlusconi hingegen, scheinbar der mächtigste Mann des Landes, langweilt sich derweilen auf seinem Landsitz und brütet Banalitäten aus. Der Reiz von Sex und Macht ist verbraucht und in der Ehe kriselt es, denn: seine Ehefrau Veronica verachtet ihn. Als er von engen Vertrauten verraten wird, beschließt er, erneut ins Regierungsamt zu gelangen.

Sorrentino versucht das Phänomen Berlusconi von der privaten Seite aufzurollen, stößt dabei aber auf Banalität und Leere, die er durch humoristische Einfälle zu überbrücken versucht. Ob er damit der Erklärung der Berlusconi Epoche nahe kommt, ist fraglich.

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16.06.2005, 19:30
Luce dei miei occhi (Licht meiner Augen)
Italien
2001
114 min
Giuseppe Piccioni
OmU

Werkschau: Luigi Lo Cascio

Darsteller: Luigi Lo Cascio, Sandra Ceccarelli, Silvio Orlando, Barbara Valente, Tony Bertorelli, Mario Paolo Pierobon

Die allein erzeihende Mutter Maria versucht mit leidlichem Erfolg, sich und ihre Tochter Lisa mit einem Tiefkühlwarengeschäft durchzubringen. Dem Chauffeur Antonio ist das Leben nur durch die Flucht in eine Science-Fiction-Gedankenwelt erträglich. Als Antonio sich in Maria verliebt und diese ihn anfänglich abweist, müssen beide lernen, ihren selbst gesponnenen Kokon zu verlassen und die Probleme des Lebens gemeinsam anzugehen.Die allein erzeihende Mutter Maria versucht mit leidlichem Erfolg, sich und ihre Tochter Lisa mit einem Tiefkühlwarengeschäft durchzubringen. Dem Chauffeur Antonio ist das Leben nur durch die Flucht in eine Science-Fiction-Gedankenwelt erträglich. Als Antonio sich in Maria verliebt und diese ihn anfänglich abweist, müssen beide lernen, ihren selbst gesponnenen Kokon zu verlassen und die Probleme des Lebens gemeinsam anzugehen.Prominent besetzter Film, der zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

ludwig
22.07.2004, 19:30
Ludwig (Ludwig II)
Italien/Frankreich/Deutschland
1972
244 min
Luchino Visconti
OmU

Darsteller: Helmut Berger, Trevor Howard, Romy Schneider, Silvana Mangano, Gert Fröbe

Eine einmalige Gelegenheit für Freunde des italienischen Films. Wir zeigen nicht die gewöhnlich vorgeführte gekürzte Synchronfassung von Viscontis Meisterwerk, sondern die untertitelte Originalfassung in Originallänge!

Als letzter Film der deutschen Trilogie („La caduta degli dei (Die Verdammten)“, „Morte a Venezia (Der Tod in Venedig)“ widmet Visconti der Geschichte des „Märchenkönigs“ Ludwig II von Bayern.

Der Film umspannt die mehr als 20 Jahre von dessen Krönung bis 1886 und beschreibt seine immer stärkere Abwendung von der Realität und seine Flucht in Traumwelten und schöne Künste, die er ausgiebig fördert. Der vor seinen Schuldnern geflohene Richard Wagner wird von Ludwig zur Rückkehr bewegt, was dieser weidlich ausnutzt. Eine Seelenverwandte findet er in seiner Cousine Elisabeth von Österreich, die von der auf der Höhe ihrer Schauspielkunst stehende Romy Schneider verkörpert wird. Unfähig, sexuelle Beziehungen zum weiblichen Geschlecht einzugehen, zieht es ihn zu Männern, ohne dass es aber zu einer wirklichen homosexuellen Beziehung kommt.

Der mysteriöse Tod im Starnberger See scheint so die zwingende Konsequenz eines Lebens am Rande des Untergangs zu sein, dem Untergang eines Herrschers, aber auch einer Epoche.

„Helmut Berger verkörpert diesen Ludwig „wie aus einem Guss“, scheint geboren für diese Rolle eines Königs, dem gegenüber man Verachtung wie Mitgefühl entgegenbringen kann.“ (Ulrich Behrens)

malena
18.05.2005, 19:30
Malena (Der Zauber von Malena)
Italien/USA
2000
105 min
Giuseppe Tornatore
OmU

Darsteller: Monica Bellucci, Giuseppe Sulfaro, Luciano Federico, Matilde Piana, Gaetano Aronica, Gabriella di Luzio, Angelo Pellegrino

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Catelcutò/Sizilien: „Der Zauber von Malena“ lässt alle Männer des Ortes verrückt werden, verrückt vor Leidenschaft für diese schöne Frau. Aber auch ein pubertierender Junge verliebt sich in die schöne, für ihn unerreichbare Witwe. Er beobachtet sie und leidet darunter, wie sie von anderen sowohl verehrt als auch missbraucht und aus dem Dorf geprügelt wird. Tornatore (Cinema Paradiso, Die Legende vom Ozeanpianisten) hat für seinen Jugenderinnerungen Filmbilder geschaffen.

mammaroma
02.09.2009, 20:00
Mamma Roma (Mamma Roma)
Italien
1962
110 min
Pier Paolo Pasolini
OmitU

Werkschau: Pier Paolo Pasolini

Darsteller: Anna Magnani, Ettore Garololo, Franco Citti, Silvana Corsini, Luisa Loiano, Paolo Volponi, Luciano Gonini, Vittorio La Paglia, Piero Morgia, Lanfranco Ceccarelli

Mit diesem frühen Meisterwerk stellt sich Pasolini quer zu jeder Form der Ideologie. Als radikaler Marxist orientiert er sich am Neorealismus, um ein Portrait des Subproletariats im Spannungsbogen zwischen kleinbürgerlichen Einstellungen und dem existenziellen Kampf gegen Ausbeutung und Ungerechtigkeit zu zeichnen: Die Prostituierte „Mamma Roma“ (Anna Magnani) setzt sich mit ganzer Kraft dafür ein, ihrem Sohn einen Platz in sozial besser gestellten Schichten zu verschaffen, scheitert aber an den starren und unüberwindbaren gesellschaftlichen Verhältnissen.

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