Filmarchiv

Hier finden Sie alle Filme die bisher im italienischen Filmclub gezeigt wurden:

S = deutsch synchronisierte Fassung
OF = italienische Originalfassung
OmU = italienische Originalsprache mit deutschen Untertiteln
OmitU = italienische Originalsprache mit italienischen Untertiteln
OmenU = italienische Originalsprache mit englischen Untertiteln

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19.12.2019, 20:00

LAZZARO FELICE (GLÜCKLICH WIE LAZZARO)

Italien/Schweiz/Frankreich/Deutschland 2018, Dauer: 128 min, Regie: Alice Rohrwacher - OmU
Darsteller: Adriano Tardiolo, Agnese Graziani, Alba Rohrwacheru.a.

Ob der Film eine Parabel über den biblischen Lazarus ist oder nicht, kann offen bleiben. Mit teils märchenhafter Phantasie erzählt Alice Rohrwacher die Geschichte der Armut im Feudalsystem und der randständigen Gesellschaftsschichten der Moderne. Dabei steht sie in der Tradition der italienischen Filmgeschichte, nimmt aber auch Anregungen des Magischen Realismus auf.

Lazzaro ist ein stiller Beobachter, er schaut, als müsse die Welt seine Augen durchdringen, um eine bessere zu werden. Im Alltag ist er der Depp, der allen zur Hand geht und auch nicht protestiert, als ihm der Marsala vor dem Mund weggetrunken wird. Er lebt in einer Gesellschaft, die, offensichtlich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesiedelt, wie in einer feudalistischen Ausbeutung arbeiten. Über allen thront die Marchesa in ihrer Villa. Deren angeödeter Sohn freundet sich mit Lazzaro an, der ihm sklavisch folgt. Dann räumt auf einmal die Polizei das Gelände und Lazzaro stirbt.
Als er von den Toten aufersteht, begibt er sich in die Stadt und trifft seine alten Bekannten wieder, die obdachlos auf einer Art Schrottplatz hausen. Sie haben die ländliche Armut mit dem urbanen Elend getauscht.
Insofern ist der Film auch eine komprimierte Darstellungen der Folgen der Landflucht und über die Armut, deren Gestalt sich nur gewandelt hat.
Angereichert wird die Erzählung durch mythische Elemente wie einem die Erzählstränge verbindenden Wolf, eine mondwerdende Bratpfanne oder einem Steinschleuderer, der mit seiner Schleuder einen Zeitensprung verursacht.
16.01.2020, 20:00

TUTTO QUELLO CHE VUOI (ALLES WAS DU WILLST)

Italien 2017, Dauer: 106, Regie: Francesco Bruni - OmU
 Darsteller: Andrea  Carpenzano, Giuliano Montaldo, Donatella Finocchiaro u.a.

Ein Film mit oder über Behinderte gerät leicht ins Kitschige und Klischeehafte. Auch dieser Film von Francesco Bruni (SCIALLA) ist nicht ganz frei davon. Doch er kombiniert das Thema der Demenzerkrankung mit der Erzählung um die Veränderung sozial randständiger Jugendlicher, die durch die Begegnung mit der Lebensgeschichte eines alten dementen Mannes eine neue Entwicklungsperspektive bekommen.

Ursprünglich wittert der 22jährige Alessandro die große Chance, den dementen alten, längst vergessenen Poeten Giorgio um seinen Schatz zu bringen. Von diesem hatte der Literat wegen seiner Demenz sehr fragmentarisch erzählt, nachdem der Jugendliche auf Druck seines Vaters widerwillig dessen Pflege übernehmen musste. Er und seine Freunde beginnen sich in der Wohnung des Alten einzunisten, der über die Gesellschaft sehr erfreut ist und sich durch das vulgäre und ignorante Benehmen der Jugendliche nicht stören lässt. So etwas wie eine kuriose Freundschaft der unterschiedlichen Menschen entsteht. Während von der Würde und Eleganz des Alten ein verändernder Einfluss auf die Jugendliche ausgeht, lebt der Poet auf und seine Erinnerungen an die Vergangenheit werden geweckt. Was wiederum die Jugendlichen nutzen wollen, denn es ist immer wieder von einem Schatz die Rede, den der Alte zusammen mit befreundeten US-Soldaten irgendwo verborgen hat. Ein Zimmer des Poeten voller auf die Wand geschriebener Notizen soll ihnen weiterhelfen, bringt sie aber auch mit dem Reiz der Literatur in Kontakt. Und so fahren die Freunde mit dem Alten schließlich auf Schatzsuche in die Toskana.

Ausgezeichnet mit zwei italienischen Filmpreisen „David di Donatello“ und Publikumspreis der Cinema! Italia!-Tournee 2018
08.03.2020, 16:00

IL GATTOPARDO (DER LEOPARD)

Italien/Frankreich 1963, Dauer: 180, Regie: Luchino Visconti - OmU
Darsteller: Burt Lancaster, Claudia Cardinale, Alain Delon, Paolo Stoppa u.a.

Schon bald nach seinem Erscheinen 1958 zählte Tomasi di Lampedusas „Il Gattopardo“, der von den gesellschaftlichen Umbrüchen des 19. Jahrhunderts berichtet, zur Weltliteratur. Bereits vier Jahre später,1962, hatte Luchino Visconti aus dem Romanstoff einen Film geschaffen, der fester Teil der Filmgeschichte ist. Er erzählt die Geschichte des Übergangs von der feudalen zur bürgerlichen Macht mit filmischen Mitteln; in Bildern von blühender Pracht und morbidem Glanz.

Der alternde Fürst Don Fabrizio, Principe di Salina (Burt Lancaster), sieht die Erosion der Macht der Adelsgeschlechter kommen und verweigert die Mitarbeit am neuen Königreich Italien. Gleichzeitig fördert er die Eheschließung seines Neffen Tancredi (Alain Delon) mit Angelica (Claudia Cardinale), der Tochter des Bürgermeisters. Visconti inszeniert das Zusammentreffen der alten und neuen Gesellschaft in einem großen Ball, dessen Choreographie unvergesslich ist.
Mit kritischer Sympathie folgt der Film der letzten Lebensphase des Fürsten. Legendär ist der Satz des Romans, mit dem Tancredi seinem Onkel den Wandel der Zeitenläufe erklärt: „Es muss sich alles ändern, damit es bleibt, wie es ist.“

„Ein bewegendes historisches und gesellschaftliches Panoramabild von faszinierender Schönheit und analytischer Schärfe“ (Lexikon des Internationalen Films)
19.03.2020, 20:00

LA PARANZA DEI BAMBINI (PARANZA – DER CLAN DER KINDER)

Italien 2019, Dauer: 105, Regie: Claudio Giovanesi - OmU
Wegen der Schließung der Black Box aufgrund des Coronavirus fällt dieser Film im März aus!


Darsteller: Francesco Di Napoli, Viviana Aprea, Mattia Piano Del Balzo, Renato Carpentieri  u.a.



Die “klassischen” Mafia-Clans, in denen sich die Bosse noch um die Erpressung von Schutzgeld, Einbrüche und Drogenverkauf an den Abhängigen direkt kümmerten, befinden sich in Auflösung. An ihre Stelle treten kriminelle Jugendbanden, die in die bestehenden Strukturen eindringen und das entstehende Vakuum füllen. Für die alten Bosse sind sie ein Rekrutierungsfeld für den Nachwuchs. Sie hingegen organisieren Prostitution und Drogenhandel im großen Stil, sowie den Übergang zur legalen Wirtschaft.

Der 15-jährige Nicola lebt noch bei seiner Mutter, tastet sich in der Liebe voran und macht mit seinen Kumpeln das Sanità-Viertel in Neapel unsicher. Als er erleben muss, wie seine Mutter von Schutzgelderpressern gedemütigt wird, verbünden er und seine Freunde sich mit Agostino, Sprössling eines ehemals mächtigen Camorra-Clans, der die Entwicklungen der Zeit verpasst hat und bedeutungslos geworden ist. Mit dem Überfall auf ein Juweliergeschäft will sich die Gruppe die Mittel für Markenklamotten und einen luxuriösen Auftritt verschaffen. Doch der lokale Capo nimmt ihnen die Beute ab, unterbindet den Kontakt zu Agostino und lässt sie Marihuana verkaufen. Nach und nach unterstützen sie den Capo auch bei der Schutzgelderpressung und dem Verkauf härterer Drogen: endlich haben sie das so sehr gewünschte Geld.
Als bei einer Polizeiaktion auch der Capo verhaftet wird, wittern die Jugendlichen ihre Chance. Mit geringen Erfahrungen aber viel Elan versuchen sie, sich in den camorristischen Strukturen ihren Weg zu bahnen.
16.04.2020, 20:00

CIAO ARACÀ (CIAO ARACÀ)

Deutschland 2019, Dauer: 63, Regie: Daniel Chisholm - OmU
Wegen der Schließung der Black Box aufgrund des Coronavirus fällt dieser Film im April aus!

Es treten auf: ehemalige und aktuelle Bewohner von Aracà

Als Gast in der Black Box: Daniel Chisholm, der Regisseur und Autor von CIAO ARACÀ
Ein Dorf in Italien steht am Rande des Verfalls, aber seine alternden Einwohner treten ihrer Zukunft mutig entgegen, während die nächste Generation um das Überleben im ländlichen Kontext kämpft.

Aracà, ein Dorf in den ligurischen Bergen, ist in Bewegung. Alternde Landwirte und ihre Familien müssen eine Vielzahl schwieriger Probleme angehen: Der Verlust traditioneller Anbaumethoden, globalisierte Agrarmärkte, eine Abwanderung junger Menschen und ein Zustrom von Außenstehenden, die billige Immobilien aufkaufen. Trotz dieser existenziellen Herausforderungen begegnen sie der Zukunft mit Anmut, Würde, Stoizismus und einem schelmischen Sinn für Humor.

Gleichzeitig suchen ihre verbliebenen Nachkommen nach Möglichkeiten, den Niedergang des ländlichen Raums aufzuhalten, indem sie in neue Weinreben, Geräte zur Weinherstellung, die Verjüngung von Olivenhainen, die neuesten landwirtschaftlichen Maschinen und eine bessere Vermarktung investieren. Obwohl sie erkannt haben, dass Qualität und Herkunft von grundlegender Bedeutung sind, bleiben ihre Erfolgschancen ungewiss.

CIAO ARACÀ dokumentiert das Leben der Bauern und ihrer Familien. Mit Sorgfalt und Einfühlungsvermögen werden die Kämpfe einer kleinen Gemeinde mit Industrialisierung und Globalisierung beleuchtet, ohne die ebenfalls vorhandenen Perspektiven aus den Augen zu verlieren.
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