Italienische Filme mit deutschen Untertiteln

An jedem 3. Donnerstag im Monat

2019 - 1. Halbjahr



17.01.2019, 20:00

CHI SALVERÀ LE ROSE (FÜR DICH SOLL’S EWIG ROSEN GEBEN)

Italien 2017, Dauer: 103 min, Regie: Cesare Furesi – OmU
Darsteller: Carlo Delle Piane, Caterina Murino, Lando Buzzanca, Antonio Careddu, Guenda Goria, Philippe Leroy, Massimiliano Buzzanca, Eleonora Vallone u.a.

Der italienische Titel „Chi salverà le rose“ (de: „Wer wird die Rosen retten“) und der deutsche Titel des Films „Für Dich soll‘s ewig Rosen geben“ beschreiben metaphorisch den thematischen Bogen der Filmerzählung: Es geht um die Liebe im Alter und das Zerbröseln biographischer Erfolge, aber auch um die Perspektive auf Neues und das Bemühen um die Bereinigung familiärer Beziehungen. Zwischen melancholischem Rückblick und optimistischer Lebensgestaltung präsentiert der Film eine berührende Geschichte zweier gealterter Herren, deren Liebe zueinander ungebrochen ist, und ihren Weg, mit den aktuell kritischen Bedingungen zurecht zu kommen.

Giulio genießt seine Rolle als Gentleman. Den Anwaltsberuf hatte er seit Jahrzehnten für ein Leben mit Claudio, seiner großen Liebe, aufgegeben. Als Pokerspieler hat er lange Zeit das aufwendige Leben der Beiden finanziert. Doch die Zeiten sind vorbei und nach und nach musste der Verkauf des Inventars für das notwendige Geld sorgen.
Das Personal des gemeinsamen Anwesens ist vor Jahren entlassen worden und Claudio ist krank an sein Bett gebunden. Er glaubt, das alte Leben ginge so weiter, denn Giulio spielt ihm eine heile Welt vor und bringt ihm als Liebeszeichen jeden Tag eine frische Rose. Doch die Illusion lässt sich nicht mehr lange aufrechterhalten: die Rosen kränkeln und die finanziellen Sorgen sind erdrückend.
Wird er Hilfe von Kind und Enkel erwarten dürfen? Das Verhältnis zu seiner Tochter Valeria ist angespannt, während sein Enkel Marco, Valerias Sohn, ihn und Claudio abgöttisch verehrt.
Also macht sich Giulio daran, alte Konflikte aus dem Weg zu räumen und seine Beziehung zu Valeria neu zu gestalten. Aber auch mit Marco läuft nicht alles reibungslos.
Der Film wurde mehrfach mit Preisen italienischer Filmfestivals ausgezeichnet.
21.02.2019, 20:00

NAPOLI VELATA (DAS GEHEIMNIS VON NEAPEL)

Italien 2017, Dauer: 112 min, Regie: Ferzan Özpetek - OmU
Darsteller: Giovanna Mezzogiorno, Alessandro Borghi, Anna Bonaiuto u.a.

In diesem Film ist keinem Bild zu trauen. Özpetek schafft eine künstliche Welt in der realen und spielt umfangreich mit Genregrenzen. Es entsteht eine reich bebilderte, enigmatische Atmosphäre, die den Zuschauer immer wieder irritiert und das Gesehene in neuem Licht erscheinen lässt. Der Zuschauer wird am Ende mit der Frage aus dem Kinosaal geschickt, was er da wirklich gesehen hat.

Die Gerichtsmedizinerin Adriana, die ihre jugendlichen Jahre hinter sich gelassen hat, wird auf einer eleganten Party von dem jüngeren und attraktiven Andrea angesprochen und verführt. Er schwört ihr Liebe, erscheint am Folgetag jedoch nicht am verabredeten Treffpunkt. Stunden später liegt er hingegen brutal ermordet und mit ausgestochenen Augen auf ihrem Seziertisch.
Als sie ihn später in Neapels Gassen und schließlich sogar in ihrem Garten sieht, zweifelt sie an ihrem Verstand. Währenddessen wird sie von der Polizei verdächtigt, den Mord begangen zu haben und Adriana, von ihren Eindrücken und Erinnerungen verwirrt, verstrickt sich in Widersprüche. Das wird nicht besser, als sich der vermeintlich Tote als Lebender materialisiert. Zwar stellt sich schnell eine Erklärung dafür ein, doch kann man ihr trauen?
21.03.2019, 20:00

DOGMAN (DOGMAN)

Italien/Frankreich 2018, Dauer: 102 min, Regie: Matteo Garrone - OmU
Darsteller: Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Nunzia Schiano, Adamo Dionisi u.a.

Den Kampf gegen die Camorra kann man nicht gewinnen- oder vielleicht doch? Wenn Matteo Garrone (GOMORRHA) von ihm in seinem neuen Film erzählt, ist etwas Besonderes zu erwarten. Allein der Ort, an dem sich fast der ganze Film bewegt, sind pittoreske Ruinen, die einen Verfremdungseffekt erzeugen, aber auch das soziale Umfeld kennzeichnen. Man sollte wissen, dass es diesen Ort wirklich gibt: Villaggio Coppola an der Kampanischen Küste, inmitten eines Naturschutzgebietes.

Protagonist ist der etwas naive Hundefriseur Marcello, der sich am Anfang des Films mit einem Kampfhund auseinanderzusetzen hat, der sich nicht waschen lassen will. Aber Marcello „überzeugt“ ihn und wir sehen, wie der Hund das Föhnen sichtlich genießt. Mit seinem stärkeren und deutlich größeren Freund Simone, der zu Wutausbrüchen neigt, sich bei seinen kleinkriminellen Aktionen irrational verhält und Marcello mit hineinzieht, hat er es nicht so einfach. Er muss sich von ihm, wie alle Ladenbesitzer um seinen Hundefriseursalon herum, drangsalieren lassen. Und dann ist da noch seine Tochter, die er vergöttert und die ihren Vater liebt: es könnte ein glückliches Zusammenleben sein, wären da nicht die prekären finanziellen Umstände und der emotionale und physische Terror Simones, der Drogengeschäfte für die Camorra unterhält. Als er einen dümmlich geplanten Einbruch begeht, geht Marcello für ihn ins Gefängnis. Aber als er herauskommt, zeigt sich Simone gleichgültig. Es beginnt ein ungleicher Kampf, den der schmächtige Marcello nur verlieren kann – oder gibt es einen anderen Weg?
18.04.2019, 20:00

L’UOMO IN PIÙ (DER MANN IM ABSEITS)

Italien 2001, Dauer: 100 min, Regie: Paolo Sorrentino - OmU
Darsteller: Toni Servillo, Andrea Renzi, Nello Mascia, Ninni Bruschetta u.a.

Künstlername: Tony. Wirklicher Name: Antonio Pisapia. Geboren am 15. August 1934 in Neapel. Popmusik-Sänger.
Name : Antonio Pisapia. Geboren am 15. August 1949 in Narni Scalo. Profifußballer.
Charakterlich könnten die Beiden nicht unterschiedlicher sein: der Eine ist launisch, zynisch, größenwahnsinnig und egozentrisch, der Andere schüchtern, bescheiden, besessen und mürrisch. Aber nicht nur Zufälle schlagen eine Brücke zwischen ihnen, auch schicksalhafte Ereignisse verbinden ihre beruflichen und privaten Leben.
Schon in seinem ersten Langspielfilm erzählt Paolo Sorrentino (LA GRANDE BELLEZZA) mit seinem Stammschauspieler Toni Servillo versteckt in schön fotografierten Bildern von der Tragödie des von Lebenseinschnitten geprägten Individuums.

1980 treffen wir Tony nach einem triumphalen Konzert und Antonio nach einem Tor, das seine Mannschaft für den UEFA-Pokal qualifiziert hat – beide sind auf der Höhe Ihres Erfolges. Aber all das ist nur von kurzer Dauer: Tony muss sich wegen der Vergewaltigung eines jungen Mädchens verantworten, Antonio verletzt sich im Training die Bänder, was das Ende seiner Karriere bedeutet.
1984 sieht ihre Situation ganz anders aus: Tony wurde vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, doch seine Reputation ist so beschädigt, dass er vereinsamt auf heruntergekommenen Straßenfesten sein Leben fristet – Antonio hat die Stelle des Trainers übernommen, aber für ihn scheint es weder auf dem noch außerhalb des Fußballfeldes einen Platz zu geben. Eines Tages begegnen sich Tony und Antonio, ihre Blicke treffen sich wortlos und jeder zieht kommentarlos von dannen. Aber ihre Wege werden sich in einem tragischen Moment wieder kreuzen.
16.05.2019, 20:00

NOME DI DONNA (NOME DI DONNA)

Italien 2018, Dauer: 87 min, Regie: Marco Tullio Giordana - OmU
Darsteller: Cristiana Capotondi, Anita Kravos, Michela Cescon u.a.

Hätte die Produktion des Films nicht vor dem Anfang der “Me-too-Bewegung” begonnen, könnte man meinen, er sei der perfekte Kommentar zum Thema. Kollegiale Freundschaft und Solidarität zählt auf einmal nicht mehr. Alle wissen „Es“, viele machen aus Angst um den Arbeitsplatz, die Karriere oder aus falsch verstandener Sympathie mit und: schweigen.

Nina ist glücklich: in der Lombardei hat sie in einem gepflegten, luxuriösen Pflegeheim eine Stelle bekommen, die es ihr erlaubt, sich privat auch um ihre Tochter zu kümmern. Schnell lebt sie sich in ihre neue Arbeit ein und schließt Freundschaft mit ihren Kolleginnen. Als sie unerwartet zu einem Gespräch nach Dienstschluss zum Leiter der Klinik gebeten wird, weiß sie nicht,was sie davon halten soll. Auf Fragen antworten die Kolleginnen ausweichend und so geht sie, für den Heimweg gekleidet zum Termin. Warum sie nicht in ihrer Dienstkleidung erschienen sei, ist die erste Frage des Leiters und schnell wird deutlich, dass er fetischorientiert sexuelle Ansprüche geltend machen will.
Als Nina versucht, die Kolleginnen anzusprechen und ihnen zu verstehen gibt, dass sie sich den Übergriffen widersetzt hat, wird sie immer mehr isoliert und gemobbt. Auch der Pfarrer, der ihr die Stelle vermittelt hat, meint, nicht weiterhelfen zu können. Der kirchliche Direktor der Einrichtung versucht sie zuerst zu beschwichtigen, geht dann aber immer mehr zu empfindlichen Drohungen über.
Unterstützt wird Nina durch eine soziale Einrichtung, deren Mitglieder zuerst aber auch nichts ausrichten können. Doch dann kann Nina den Kampf aufnehmen.
20.06.2019, 20:00

IL COLORE NASCOSTO DELLE COSE (DIE VERBORGENEN FARBEN DER DINGE)

Italien/Schweiz 2017, Dauer: 116 min, Regie: Silvio Soldini - OmU
Darsteller: Valeria Golino, Adriano Giannini, Arianna Scommegna, Laura Adriani u.a.

Dass man auch blind gut zurechtkommen kann, wenn man sich darauf einrichtet, ist dem erfolgreichen Werbemann Teo befremdlich, ist er doch disorganisiert und bekommt sein Leben nicht in den Griff: trotz schöner Freundin, mit der er zusammenziehen will, luxuriösem Appartment und vielversprechenden Karriereaussichten ist er unzufrieden. Da verspricht das Date mit einer blinden Osteopatin einen neuen Kick.

Emma hingegen hat ihr Leben im Griff und ist nach der Trennung von ihrem Ehemann zu neuen Versuchen bereit. Aber sie weiß auch, was sie will. Das wiederum verunsichert Teo, der von der Welt der Behinderten zunehmend irritiert, aber auch fasziniert wird. Je mehr sich Emma und Teo näher kommen und vertrauter werden, desto mehr gelingt es diesem, eine neue Welt zu entdecken. Doch Emma durchschaut Teos Doppelspiel und Entscheidungsschwäche. Eine gemeinsame Zukunft ist auf einmal infrage gestellt.
Nachdem Silvio Soldini (BROT UND TULPEN) einen Dokumentarfilm über den Alltag von Sehbehinderten gedreht hatte (DIFFERENT EYES, 2014), wollte er seine Erfahrungen unbedingt in eine Spielfilmhandlung einbringen, um das Leben mit einer Behinderung einem breiteren Publikum vertraut zu machen. Valeria Golino ist dabei die perfekte Emma: „„Auch wenn Sie es nicht glauben: Während der Dreharbeiten war ich blind! Ich schwöre es: Ich war blind! Wenn irgendetwas im Weg stand, bin ich davor gelaufen [...]“