Italienische Filme mit deutschen Untertiteln

An jedem 3. Donnerstag im Monat

2018 - 1. Halbjahr



18.01.2018, 20:00

LA TERRA DEI SANTI (DAS LAND DER HEILIGEN)

Italien 2015, Dauer: 89 min, Regie: Fernando Muraca
Darsteller: Valeria Solarino, Lorenzo Indovina, Ninni Bruschetta u.a.

„Wie wäre es, wenn wir der Mafia die Kinder wegnehmen würden?“ Mit diesem kühnen Vorschlag will die Staatsanwältin Vittoria den Einfluss der Frauen in der Mafia angreifen. Zwar bestimmen patriarchalische Strukturen die kriminelle Organisation, aber es sind die Frauen, die ihre Kinder auf die zu erwartende Rolle vorbereiten
Caterina ist die Ehefrau des untergetauchten 'Ndrangheta-Bosses Alfredo und hat ihren Sohn Pasquale für eine Zukunft an der Spitze des Clans erzogen. Ihre jüngere Schwester Assunta hat im Bandenkrieg bereits ihren Mann verloren und sieht ihren Sohn Giuseppe den Weg seines Vaters einschlagen. Dennoch muss sie gegen ihren Willen auf Anordnung Alfredos ihren Schwager Nando heiraten. In diese geschlossene Gesellschaft bricht Vittoria ein, eine Staatsanwältin aus Norditalien. Vittoria hat ein Ziel: das Schweigen der Frauen zu brechen.
„Häufig sind Filme über die Mafia und die 'Ndrangheta nichts anderes als Genre-Filme. So einen Film wollte ich nicht machen. Von Anfang an hatte ich das Bedürfnis, die Geschichte aus den Blickwinkeln der weiblichen Figuren zu erzählen, weil mir das interessanter erschien und so noch nicht da gewesen ist. Bei einer kalabrischen Familie geht das auch kaum anders.“ [Fernando Muraca]
15.02.2018, 20:00

THE SPECIAL NEED (THE SPECIAL NEED)

Italien/Deutschland/Österreich/Frankreich 2013, Dauer: 84 min, Regie: Carlo Zoratti
(Selbst-)Darsteller: Carlo Zoratti, Alex Nazzi, Enea Gabino und alle, die sie auf ihrer Reise treffen

Eine Doku-Fiction über einen geistig Behinderten in Verbindung mit dem Thema Sexualität kann peinlich werden – oder es kommt ein so sympathischer Film dabei heraus wie in diesem Fall.
Mit seinen dreißig Jahren hat Enea zwar einen Arbeitsplatz, aber auch ein Problem, oder besser gesagt, ein Bedürfnis: er wünscht sich eine sexuelle Beziehung. Keine einfache Angelegenheit, denn er ist geistig behindert. Doch wozu hat man seine Freunde Carlo und Alex, die ihm entschieden helfen wollen. So machen sie sich auf den Weg, Eneas Traum mit großer Sensibilität zu verwirklichen.
Dabei stoßen sie jedoch auf unerwartete Hindernisse, aber auch ungewöhnliche Unterstützung – Episoden, die unserer „normalen“ Gesellschaft en passant den Spiegel vorhalten. Vor allem aber wächst dem Zuschauer Enea in dem Ringen ans Herz, sein inniges Bedürfnis zu befriedigen.
15.03.2018, 20:00

FAI BEI SOGNI (TRÄUM WAS SCHÖNES)

Italien/Frankreich 2016, Dauer: 134 min, Regie: Marco Bellocchio
Darsteller: Bérénice Bejo, Valerio Mastandrea, Fabrizio Gifuni u.a.

Wie geht ein gerade mal neunjähriger Junge damit um, wenn er ahnt, dass sich die geliebte Mutter umgebracht hat und ihm die Erwachsenen dies erst in Raten beizubringen versuchen. Er trägt es sein ganzes Leben mit sich herum und fragt sich, was wirklich an diesem schicksalhaften Tag passierte.

Als Massimo die Wohnung des verstorbenen Vaters ausräumen muss, stößt er auf Hinterlassenschaften, die ihn sein eigenes Leben in Erinnerung zurückrufen, ihn aber auch mit seinem Kindheitstrauma konfrontieren.
Als renommierter Journalist zu arbeiten und über Andere zu berichten war vielleicht notwendig, um sich vor sich selbst verstecken zu können, unfähig eine emotional tiefe Verbindung einzugehen oder sich zu verlieben.
Jetzt verursacht ihm das endgültige Aufräumen Panikattacken und so lernt er die bezaubernde Internistin Elisa kennen. Eine Chance, die Dämonen der Vergangenheit zu vertreiben? Massimo muss sich seiner eigenen Wahrheit stellen.
19.04.2018, 20:00

DIVORZIO ALL'ITALIANA (SCHEIDUNG AUF ITALIENISCH)

Italien 1961, Dauer: 195 min, Regie: Pietro Germi
Darsteller: Marcello Mastroianni, Daniela Rocca, Stefania Sandrelli u.a.

In Zeiten, in denen die Scheidung verboten ist, das Töten aus verletzter Ehre aber nahezu straflos bleibt, kann man schon mal auf verquere Ideen kommen. Das ist der Stoff, aus dem der Filmklassiker von Pietro Germi seine komödiantischen Funken schlägt.
Aus der Ehe des Barons Cefalù (Marcello Mastoianni) ist die Luft raus und sein Herz schlägt für die junge Angela (Stefania Sandrelli). Nachdem er in der Phantasie schon mehrfach seine Frau umgebracht hat, kommt er, angeregt durch einen Zeitungsartikel, auf die Idee, sie mit einem Liebhaber zu verkuppeln. Als dieser Plan endlich gelingt, ein Maler mit ihr durchbrennt und er dem Paar nachreist, läuft jedoch alles anders als vorgesehen.
17.05.2018, 20:00

LA VITA È BELLA (DAS LEBEN IST SCHÖN)

Italien 1997, Dauer: 116 min, Regie: Roberto Benigni
Darsteller: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Giorgio Cantarini u.a.

Darf der Holocaust zum Stoff einer Komödie gemacht werden? Dass dies mit der Person Hitlers möglich ist, haben Chaplin und Lubitsch mit ihren Meisterwerken bewiesen. Aber den industriell organisierten Massenmord an der jüdischen Bevölkerung komödiantisch zu erzählen: kann das gut gehen? So bleibt Begninis Film ein ambivalentes Ereignis, eine in einer schrecklichen Zeit angesiedelte Erzählung, die sensibel versucht, besondere Kinobilder für die Würde der Holocaust-Opfer zu finden

Guido gelingt es Anfang der 30er Jahre, seine geliebte Dora zu gewinnen, indem er sie mit originellen Einfällen von ihrer Verlobungsfeier entführt und mit ihr eine Familie gründet. Er arbeitet als Buchhändler, sie als Lehrerin. So könnte das lustige Leben weitergehen, bräche nicht die Deportation über das glückliche Paar und ihren Sohn Giosuè herein.
Um seinem Sohn die grausame Wahrheit zu ersparen, gaukelt Guido ihm vor, Deportation und Konzentrationslager seien nur ein groß angelegtes Spiel und sie müssten genau die Regeln befolgen, um es zu gewinnen.
„Der als Loblied auf die Kraft der Fantasie und den menschlichen (Über-)Lebenswillen angelegte Film beginnt als beschwingte Romanze mit märchenhaften Untertönen und endet in einer bitter-absurden Tragödie, in der das Lachen zum schmerzhaften Reflex gefriert.“ (Lexikon des internationalen Films)
21.06.2018, 20:00

UN BACIO (EIN KUSS)

Italien 2016, Dauer: 102 min, Regie: Ivan Cotroneo
Darsteller: Rimau Ritzberger Grillo, Valentina Romani, Leonardo Pazzagli u.a.

Außenseiter oder eine besondere Persönlichkeit? Als Jugendliche(r) kann das keiner so genau über sich sagen. Auf der Suche nach der Antwort finden sich die von-ihren Gleichalterigen ausgegrenzten Lorenzo, Blu und Antonio. Lorenzo ist schwul und lebt in Selbstbestätigungsphantasien, Blu gilt als Schulschlampe, da sie Sex mit vier Männern gehabt haben soll und der in sich gekehrte Antonio ist zwar ein guter Basketball-Spieler, wird jedoch für ein dumpfes Gemüt gehalten.
Zwischen den Dreien entsteht eine tiefe Freundschaft und solidarisch gelingt es ihnen, sich gegen das soziale Mobbing zu wehren und gemeinsam unbändige Lebensfreude zu entfalten.
Die Beziehung bekommt einen Bruch als Lorenzo sich in Verkennung der Situation Antonio erotisch zu nähren versucht und Blu die Wahrheit über ihr sexuelles „Abenteuer“ erfährt.
Ein leichtfüßig, mit fröhlichen Bildern erzähltes Jugenddrama, das dem Entstehen und Zerbrechen tiefer Freundschaft folgt und sensibel das Empfinden der Jugendlichen schildert.