Italienische Filme mit deutschen Untertiteln

An jedem 3. Donnerstag im Monat

2017 - 2. Halbjahr



Juli und August: Sommerpause

21.09.2017, 20:00

FUOCOAMMARE (SEEFEUER)

Italien/Frankreich 2016, Dauer: 114 min, Regie: Gianfranco Rosi – OmU
Was verbinden Bootsflüchtlinge und spielende Kinder? Die Insel Lampedusa: für die einen dramatisch zu erreichender Fluchtort, für die anderen vertraute Heimat. Gianfranco Rosi erzählt diese Inselrealitäten in teilweise spektakulär und teilweise banal wirkenden Bildern.

So entsteht das impressionistische Bild zweier Wirklichkeiten auf der Insel, die sich zwar berühren, aber unterschiedlicher kaum sein könnten: ein fast müßiggängerischer, unaufgeregter Alltag und um das Überleben kämpfende Menschen unter inhumanen Bedingungen. Der Dokumentarfilm ist das Ergebnis einjähriger Beobachtungen der Ereignisse am Ort.
18.10.2017, 20:00

SUBURRA (SUBURRA)

Italien/Frankreich 2015, Dauer: 130 min, Regie: Stefano Sollima - OmU
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Greta Scarano, Claudio Amendola u.a.

Eine tödlich endende Liebesnacht, ein als „Samurai“ auftretender Pate, ein mit Korruption verbundenes Bauprojekt, Vatikanintrigen und Clan-Rivalitäten. Als sich diese Ereignisse vermischen, wird ein Mafia-Clan aktiv und die Apokalypse beginnt.

In dunklen Bildern fragmentarisch erzählter Thriller über Korruption, organisiertes Verbrechen und Kleinkriminalität, schmutzige politische Verflechtungen und krankhafte Karrieresucht. Der Gesamtüberblick ergibt sich erst am Ende, was den Zuschauer gelegentlich so spannungsgeladen orientierungslos lässt wie die Protagonisten im Film. Ein besonderer Genuss sind die im Stile eines modernen, farbigen „Film Noir“ gehaltene Fotografie und Montage.
Stefano Sollima (ROMANZO CRIMINALE (DER PATE VON ROM)) ist der Sohn von Sergio Sollima, der wegen seiner politkritischen Western und Thriller unter Genrefans hoch angesehen ist. Diese Themen des Genrekino der Siebziger greift SUBURRA auf und erzählt sie als höchst aktuelles und modernes Kino.
16.11.2017, 20:00

VELOCE COME IL VENTO (GIULIAS GROSSES RENNEN)

Italien 2016, Dauer: 119 min, Regie: Matteo Rovere - OmU
Darsteller: Stefano Accorsi, Matilda De Angelis, Roberta Mattei, Paolo Graziosi u.a.

Der Kampf für den Sieg im Motorsport verbindet sich für Giulia nach dem plötzlichen Tod des Vaters mit der Auseinandersetzung um familiären Streit und Zusammenhalt.
Taucht doch nach der Beerdigung unerwartet ihr drogenabhängiger Bruder Loris mit seiner „Braut“ auf und beansprucht seinen Teil des Hauses mit der Werkstatt. Die sind jedoch verpfändet, in der Hoffnung auf den Sieg der 17-jährigen Giulia im Motorrennsportwettkampf. So versucht Loris, einstmals genialer Fahrer und jetzt nur noch ein Schatten seiner selbst, seinen strategischen Instinkt zu wecken und Giulia zu trainieren. Aber was kann man von einem Drogenabhängigen schon erwarten?
Die Kamera von Michele D’Attanasio (IN GRAZIA DI DIO (EIN NEUES LEBEN)) lässt selbst Motorrennsportmuffel nicht kalt und Stefano Accorsi (SATURNO CONTRO (IN EWIGKEIT LIEBE), L’ULTIMO BACIO (DER LETZTE KUSS)) glänzt als Loris in seiner vielleicht besten Rolle.
21.12.2017, 20:00

NON ESSERE CATTIVO (TU NICHTS BÖSES)

Italien  2015, Dauer: 100 min, Regie: Claudio Caligari - OmU
Darsteller: Luca Marinelli, Alessandro Borghi, Silvia D'Amico, Roberta Mattei u.a.

Pasolinis “Ragazzi di vita” (Straßenjungen), versetzt in unsere Zeit: Drogen, Sex und Konsum bestimmen ihr Leben mit Müßiggang, Kleinkriminalität und immer wieder ausbrechender eruptiver Gewalt.

Vittorio und Cesare versuchen mit Drogen und Nachtlokalbesuchen die Leere ihres Lebens zu füllen. Finanziert werden die Exzesse durch Drogengeschäfte im kleinen Stil und Überfälle auf Kioske. Als Vittorio sich verliebt, versucht er, einen Weg ins geregelte Leben zu finden. Cesare hingegen verstrickt sich immer mehr in Drogenkonsum und –handel und kommt mit Vittorios Hilfeversuchen nicht zurecht.
Anhand einer kleinen Geschichte entfaltet sich das Bild eines Milieus sozial Marginalisierter, wie es das italienische Kino seit dem Neorealismus selten geschaffen hat. Es werden keine großen filmischen Gesten benötigt, um diese Welt zu etablieren, es reichen die großartig ausgewählten und von Maurizio Calvesi (VIVA LA LIBERTÀ (DIE GROSSE FREIHEIT), MINE VAGANTI (MÄNNER AL DENTE)) beeindruckend fotografierten Originalschauplätze, die für sich selbst sprechen: nicht asphaltierte Straßen vor baufälligen Häusern, verdreckte Sandstrände, die sich freilich jederzeit zu malerischen Meerespanoramen weiten können, ausgebleichte Steinmauern und viele mehr.