Italienische Filme mit deutschen Untertiteln

An jedem 3. Donnerstag im Monat

2018 - 2. Semester



20.09.2018, 20:00

ACAB - ALL COPS ARE BASTARDS (ACAB - ALL COPS ARE BASTARDS)

Italien/Frankreich 2012, Dauer: 110 min, Regie: Stefano Sollima – OmU
Darsteller: Pierfrancesco Favino, Filippo Nigro, Marco Giallini, Eugenio Mastrandrea u.a.

Wie fühlt man sich als Polizist, wenn einem erregte Horden von Skinheads, linken Ultras oder alkoholisierten Fußballhooligans „All Cops are Bastards“ („Alle Bullen sind Bastards“) entgegenrufen und es gilt, die Ordnung aufrecht zu erhalten? Man ist angewiesen auf die Unterstützung der Kollegen und dies solidarisiert – eine nicht nur berufliche Bindung, die auch Mal aus dem Ruder laufen kann.

Cobra, Nero und Mazinga sind Mitglieder einer italienischen Spezialeinheit und vertreten die Staatsgewalt bei Massenausschreitungen jeglicher Art. Dabei sind sie nicht zimperlich und auch Unbeteiligte bekommen gelegentlich den Schlagstock zu spüren. Es ist eine Welt aus Hass, Gewalt und Gegengewalt entstanden, die auch das Privatleben prägt. Auf der anderen Seite steht ein intensives persönliches Verstehen und Vertauen, eine abgeschottete Welt mit eigener Dynamik, die verbissen gegen Vorgesetzte und Außenstehende verteidigt wird. In diese Welt wird ein junger Rekrut versetzt, wodurch die gewohnten Strukturen auf den Prüfstand gestellt werden.
Stefano Sollima, Sohn des Italowestern- und Kriminalfilmregisseur Sergio Sollima, lässt in diesem Film das Entstehen von Gewalt und Gegengewalt, blindem und verursachtem Hass, aber auch Solidarität und Freundschaft erlebbar werden und bedient sich den Elementen einer Bildersprache, die er einige Jahre später in SUBURRA zur vorläufigen Reife entwickelt hat.
18.10.2018, 20:00

FIGLIA MIA (MEINE TOCHTER)

Italien/Deutschland/Schweiz 2018, Dauer: 100 min, Regie: Laura Bispuri - OmU
Darsteller: Valeria Golino, Alba Rohrwacher, Sara Casu u.a.

Ein Mädchen im Spannungsfeld zweier Mütter, der leiblichen und derjenigen, die sie mit Liebe aufgezogen hat. Eine Frauenfreundschaft, die sich in einer massiven Krise bewähren muss. Ein Kind lernt, sich von der Erwachsenenwelt zu emanzipieren und Verantwortung zu übernehmen. Dieser Film verbindet diese Erzählstränge zu einer bewegenden Geschichte.

Tina ist die Mutter der 10-jährigen Vittoria, glaubt diese zumindest. Gemeinsam unterstützen sie die etwas chaotische, in prekären Verhältnissen lebende und partyliebende Angelica. Als der Pleitegeier über Angelicas Hab- und Gut kreist, möchte sie sich vor ihrem Wegzug von Vittoria, in Wirklichkeit ihre leibliche Tochter, verabschieden. So verbringen die beiden mit der Zustimmung von Tina immer mehr Zeit miteinander und Vittoria erkennt, während sie mit Angelica herumstromert, langsam die wahren Verhältnisse. Zur Katastrophe kommt es, als ein Gläubiger sich mit Gewalt Angelicas Pferd holen will, während Vittoria in der Wildnis ihre Angst überwindet und in ein Erdloch klettert, in dem Angelica einen Schatz vermutet. Aber jeder Katastrophe wohnt ein Anfang inne – und so lässt das offene Ende viel Platz für Hoffnungen.
15.11.2018, 20:00

SE DIO VUOLE (UM GOTTES WILLEN)

Italien 2015, Dauer: 87 min, Regie: Eduardo Maria Falcone - OmU
Darsteller: Marco Giallini, Alessandro Gassman, Laura Morante u.a.

„Ist der Junge vielleicht schwul?“ Trotz seiner Arroganz und Selbstgefälligkeit merkt Tommaso, dass sein Sohn sich sonderbar benimmt. Wäre kein Problem, denn man ist ja zähneknirschend tolerant. Doch als der Filius zu erkennen gibt, dass er Priester werden will, ist es mit jedem Verständnis vorbei.

Der Herzchirurg Tommaso sonnt sich im Ansehen, das er wegen seines Erfolges genießt. Er hält sich für liberal, auch wenn er Frau und Tochter vernachlässigt und nur Augen für seinen Stammhalter hat, der Medizin studiert und in Vaters Fußstapfen treten soll. Doch als dieser sich von Gott berufen fühlt und Priester werden will, ist es mit Toleranz und Liberalität vorbei. Er sucht den Kontakt zum eigenwilligen Priester Don Pietro, den er für diese Wandlung verantwortlich macht und versucht ihn als Scharlatan zu „entlarven“. Der jedoch dreht die Verhältnisse um und Tommaso findet sich als dessen Hilfskraft wieder. Und je mehr er zu rebellieren versucht, desto mehr entgleitet ihm sein bisheriges Leben. Eine ironische Komödie über Selbstgefälligkeit, Selbstfindung und Selbstbehauptung. Edoardo Falcone erhielt den italienischen Filmpreis David di Donatello als bester Debutregisseur.
18.12.2018, 20:00

GINGER E FRED (GINGER UND FRED)

Italien 1986, Dauer: 125 min, Regie: Federico Fellini - OmU
Darsteller: Marcello Mastroianni, Giulietta Masina, Franco Fabrizi u.a.

Wer einen Film mit Ginger Rogers und Fred Astaire erwartet, könnte falscher nicht liegen. Zwar sind die Protagonisten (Giulietta Masina als Amelia Bonetti und Marcello Mastroianni als Pippo Botticella) Nachahmer des berühmten Stepptänzerpaares, aber erzählt wird von einer abstrusen Fernsehshow, in der die beiden eine unklare Rolle spielen sollen. Mit diesem Film hat Fellini wieder einmal eines seiner Lieblingsthemen aufgegriffen: das Lächerlichmachen des Fernsehens auf hohem Niveau.

Die Zeit, als Pippo und Amelia liiert waren und mit ihren Stepptanznummern im Stile Fred Astairs und Ginger Rogers mehr oder weniger Erfolg hatten, ist in den 80er Jahren (der Entstehungszeit des Films) lang vorbei und seit ihrer Trennung in den 50ern haben sie sich weder gesehen, noch zusammen gearbeitet. Erst die gemeinsame Einladung zu einer Fernsehshow führt die beiden wieder zusammen und so warten sie, welche Rolle sie in der Produktion eigentlich spielen sollen. Währenddessen zieht an ihnen die Welt des Fernsehens in Form skurriler Gestalten vorbei, die als Gäste der Show auftreten sollen, und schnell deutlich machen, dass die Beiden Teil einer Freakshow werden sollen. Amelia, dafür blind, besteht auf ihrem Künstlerinnenanspruch, während Pippo sich von vorneherein distanziert: es mache es nur wegen des Geldes. Eine Generalprobe in einem nicht genutzten Raum lässt das Schlimmste für den Auftritt vor der Kamera befürchten. Und dann kommt es zum „großen Auftritt“.