Italienische Filme mit deutschem Untertitel

an jedem 3. Donnerstag im Monat

2022 2. Halbjahr + 2023 1. Halbjahr

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15.12.2022, 20:00
IL COLPO DEL CANE (DER GANZ GROSSE COUP)
Italien
2019
93 min
Fulvio Risuleo
OmU

Darsteller: Eduardo Pesce, Silvia D’Amico, Daphne Scoccia, Anna Bonaiuto u.a.

An sich legt der Stoff ein Drama nahe: Das Prekariat sozial randständiger Jugendlicher und junger Menschen zwingt zum Arrangement und Improvisation und öffnet die Bereitschaft, sich auf kriminelle Machenschaften einzulassen. Wenn die Geschichte jedoch auf den Hund kommt, kann daraus auch eine leichte, humorvolle Erzählung werden, vor allem wenn es sich um eine reinrassige französische Bulldogge mit Freiheitsdrang handelt, die von einer älteren Dame geliebt und verhätschelt wird.

Dogsitter: leicht verdientes Geld, denken Rana und Marti und versprechen einer reichen alten Dame, sich fürsorglich um Ugo, ihren Hund, zu kümmern. Dass der seinen eigenen Kopf hat, bekommen die beiden ja noch in den Griff, aber dann winkt die Chance auf ein saftiges Extrageld. Dr. Mopsi, ein Tierarzt, der Rana im Park anspricht, ist begeistert von Ugo und möchte ihn gerne für seine Tierzucht nutzen. Es dauere nicht lange, er bringe Ugo mit seiner Hündin gleicher Rasse zusammen, die beiden hätten Spaß miteinander und dann könnte Ugo zurück nach Hause. Einige größere Geldscheine helfen über erste Bedenken hinweg und dann … ist Ugo auf einmal gekidnappt. Aber auch der Entführer hat seine Probleme mit Ugo und mit seinem Auftraggeber, der hinter der ganzen Aktion steckt.

„In seinem zweiten Spielfilm beweist Risuleo wieder sein Geschick, skurrile und haarsträubende Situationen zu schaffen. Und er zeigt auch wieder die übersehenen Seiten seines geliebten Rom. Wie bei allen guten Komödien ist der Grundton unausweichlich tragisch“.

Internationales Filmfestival Rotterdam

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19.01.2023, 20:00
FAVOLACCE – BAD TALES / ES WAR EINMAL EIN TRAUM
Italien
2020
96
Fabio D'Innocenzo, Damiano D'Innocenzo
OmU

Darsteller: Elio Germano, Barbara Chichiarelli, Lino Musella, Gabriel Montesi, Max Malatesta u.a.

Eine Familie, Kinder, ein Siedlungshaus, Nachbarn – mit Familie, Kindern, einem Siedlungshaus, Nachbarn mit Familie … so geht das bis zum Bildrand und scheint darüber hinaus zu reichen. Das Leben spielt sich, jeder für sich, aber von allen einsehbar, auf dem Streifen Grundstück ab, das als Terrasse und Garten fungieren muss. Gelegentlich kommt man zusammen, grillt und trinkt gemeinsam, streitet sich gelegentlich und scheut nicht die Lächerlichkeit im Versuch sich wichtig zu machen. Da kann man schon mal ins Zentrum der Aufmerksamkeit geraten, wenn man ein aufblasbares Planschbecken am Haus aufbaut und die Nachbarn einlädt, nach Belieben vorbeizukommen. Mit der spießbürgerlichen Ruhe ist es damit vorbei. Der neue alte Status Quo muss wiederhergestellt werden.

Die Kinder beobachten, weitgehend unbeachtet, das Treiben der Erwachsenen – die Kamera folgt ihrem Blick und erzählt große Teile des Films auf Kinderaugenhöhe. Die Kinder ihrerseits versuchen die Erwachsenenwelt zu karikieren, aber auch zu kopieren, immer auf der Suche nach einem eigenen Weg und jederzeit den Erwachsenen ausgeliefert. So entsteht ein böses Portrait des modernen italienischen Spießbürgertums. Im wahrsten Sinne eine FAVOLACCIA (unübersetzbare Wertung des Wortes Märchen/Geschichte in Richtung bösartig, widerlich, unangenehm, hässlich).

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